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Ernten
wie zu Omas Zeiten
Förderverein Sternberger
Seenplatte e.V. lud zum 2. Schnitterfrühstück ein

Am
Sonnabend gab es eine Neuauflage des 1.
"Schnitter-Frühstücks" vom vergangenen Jahr, zu dem damals
wie heute der Förderverein "Sternberger Seenplatte" e. V. in
Kobrow eingeladen hatte. Hunderte von Schaulustigen kamen.
Und einige machten sogar mit.

KOBROW - Es war
schon wieder ein beeindruckendes Spektakel, das sich da am
Sonnabend auf einem 20-Hektar-Roggenschlag an der B 192,
gegenüber von des Getränkemarktes, abspielte. Gab es doch
einen Einblick in vergangene Zeiten, als Oma und Opa noch
schwere körperliche Arbeit verrichten mussten, um ihr
Getreide vom Feld und in die Scheune zu bekommen.
Frauen und Männer aus unserer Region, die in der
Landwirtschaft groß geworden waren, hatten sich bereit
erklärt, um allen Zuschauern die lange geübten und noch
nicht verlernten Erntehandgriffe von damals zu zelebrieren.
Angefangen beim mühseligen Mähen mit der Sense, über das
Binden von Garben, das Aufhocken derselben bis hin zum
Aufstaken auf einen Leiterwagen - alles war zu sehen. Die
Bauern konnten damals nur träumen von der Erntetechnik, die
heutzutage im Einsatz ist. Und so griffen Paul Völzow aus
Zahrensdorf - "das erste Mal wieder seit 50 Jahren!" -,
Gerhard Brockmann, Albert Zahn aus Wendorf und andere zur
Sense und zeigten allen, was ein Schnitter ist.
Auf dem Roggenschlag schwelgte auch die 86-jährige Grete
Buchholz aus Sternberg wieder mal richtig in Erinnerungen,
als sie sich am Garbenbinden beteiligte. Früher hatte sie
selbst eine Wirtschaft besessen. Doch trotz all ihrer
Nochwendigkeit beschränkt sie ihr heutiges Tun doch lieber
nur auf ihren Schrebergarten.

Auch die Bürgermeisterin von Langen Jarchow, Christa
Richelieu, zeigte es allen, dass sie die schwere Handarbeit
in der Landwirtschaft noch nicht verlernt hat. Unter ihren
Händen entstand auf dem Feld Hocke um Hocke. Wenn man
überschlägt, dass damals für diesen 20-Hektar-Schlag mit
zweimal Anmähen vier bis fünf Tage gebraucht wurden und
dieselbe Fläche mit der heutigen modernen Technik mit einem
Mähdrescher in einem bis anderthalb Tagen bewältigt wird, so
kann man nur erahnen, wie schwer die Bauern in der
Landwirtschaft ihr Brot verdienen mussten. "Es ist schon
gut, dass die Menschen von heute so etwas mal miterleben",
so die 70-jährige Linda Pempe, die den Weg von Schwerin
hierher gefunden hatte. "Dass allen vor Augen gehalten wird,
dass das Brot nicht bei Aldi wächst." Und lachend fügt sie
an, dass man damals, trotz der Schwere der Arbeit, nach
dem Tagwerk auch mal kräftigt gefeiert habe.

Die Veranstalter erinnerten mit Technik auch daran, dass der
Mähbinder die erste Erleichterung für die Bauern brachte.
Zuerst vom Pferd und später vom Traktor gezogen. Später
kamen dann die Mähdrescher: der kleinere E 175 und dann der
große 512er. Auch diese gab’s zu sehen. Am Rande des
Roggenfeldes war eine provisorische Bühne aufgebaut, wo die
Tänzer der Witziner Dörpschaft ihre Frauen und diese ihre
Röcke schwangen.

SVZ vom 30.07.2007 /
Traudel Leske / Fotos: Holger Meyerotto
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