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Förderverein
Sternberger Seenplatte und das Museumsdorf in
Kobrow II laden zum 4. Schnitterfrühschoppen.
Das Interesse war wie immer groß.
HOHEN PRITZ
- Wie bereits in den vergangenen drei Jahren war
auch in diesem Jahr das deklarierte Kobrower
Schnitter-Frühstück am Wochenende für viele
Einheimische und Urlauber ein Anziehungspunkt.

Auf einem Roggenschlag des Gutes
Wamckow an der Verbindungsstraße zwischen Hohen
Pritz und Wamckow zeigten nämlich Landwirte, wie
Oma und Opa anno dunnemals schwere körperliche
Arbeit verrichten mussten, um das wertvolle
Brotgetreide zu bergen. Und das war meistens nur
manuell zu bewältigen - im Gegensatz zur
heutigen hochmodernen Technik.
Nach einer
interessanten fachlichen Einführung durch den
Landwirt Hans Diederichs demonstrierte Schorsch
Mueller aus Warin anschaulich, wie die alten
Schnittersleute ihre Handsensen damals in
mühevoller Arbeit dengelten (schärften), damit
sie ihr Getreide mähen konnten. "Ich bin ein
alter Ostpreuße", erzählte er, "und mit
Wetzstein und ,Schluckerfass’ groß geworden.
Doch verlernt habe ich in all den Jahren die
alten Techniken nicht. Man muss eben
dranbleiben." Und während er sich mit dem
Dengeln beschäftigte, wehte ihm eine kräftige
Windböe den Hut vom Kopfe. Was sicher einige der
Besucher an das alte Volkslied "Am Brunnen vor
dem Tore" erinnerte, wo es unter anderem heißt:
"Der Hut flog mir vom Kopfe, ich wendete mich
nicht." Und dann zeigte Schorsch Mueller, dass
er auch heute noch mit der Sense umzugehen
versteht. Strohhalm um Strohhalm fiel der Klinge
zum Opfer.

Jetzt waren es
einige Frauen, die die nächsten Handgriffe
vorführten: das Garbenbinden und das
Zusammenstellen derselben zu Hocken. Allen voran
Erika Köster aus Dabel, der sich schon bald
einige Bürgermeisterinnen
hinzugesellten: Regina Rosenfeld (Borkow),
Christa Richelieu (Langen Jarchow), Britta
Täufer (Hohen Pritz). Und das recht geschickt.

Jetzt sahen auch
die Witziner Danzlüüd’ von der Dörpschaft ihre
Chance für gekommen. Sie banden Garben und
stellten sie zu Hocken zusammen. Später zeigten
sie einige Volkstänze - auch passend zu anno
dunnemals. Den Umgang mit einem Mähbinder konnte
man mit Torsten Droß, Helmut Jantzen und Otto
Täufer erleben. Übrigens: sechs Bürgermeister
aus dem Amtsbereich waren zu dem Spektakel
gekommen.

Der
Gegensatz zur alten Technik wurde auf der
gegenüberliegenden Straßenseite deutlich. Hier
hatte "Kapitän" Werner Ulrich auf seinem Lexion
580, einem Mähdrescher Baujahr 2009, Stellung
bezogen und erklärte jedem, der es hören wollte,
die Wirkungsweise der modernsten Technik. Und
ruckzuck war der Witziner Dörpschafts-Tänzer
Werner Thomas hinaufgeklettert und besah sich
das Ungetüm mal von oben. Erstmals gab es für
die Kinder eine Hüpfburg aus Strohballen.

Doch was wäre
wohl ein Schnitter-Frühstück ohne all die
rückwärtigen Dienste? Frauen des Sternberger
Heimatvereins und der Dabeler Frauengruppe kamen
mit dem Schmalzstullen-Schmieren gar nicht nach,
so schnell waren sie vergriffen. Oder der
leckere Kobrower Hefekuchen aus dem
Steinbackofen; auch er ging weg wie warme
Semmeln.

Traktor "Pionier" mit Mähbinder in Aktion

Gerhard Orlowske erklärt mit viel Herzblut den
"E 175" Mähdrescher

Neue Landtechnik trifft auf alte Veteranen

Das Wetter war, vorsichtig ausgedrückt,
durchwachsen. Trotzdem konnten fast alle
Vorführungen gezeigt werden, auch herrschte bis
zum Schluss gute Laune.
Text: Traudel Leske (Schweriner Volkszeitung
27. Juli 2009)
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