Schweriner Volkszeitung vom 27 Juli 2008 / Traudel Leske 

Zum nunmehr bereits dritten Male hatte am Wochenende  das Museumsdorf Kobrow zum Schnitter-Frühstück eingeladen. Diesmal traf man sich auf einem 120-ha-Getreideschlag an der Straße von Hohen Pritz nach Wamckow. Begleitet von den Freiwilligen Feuerwehren Hohen Pritz und Dabel.

Die Witziner Dörpschaft sorgte mit alten Tänzen für die richtige Stimmung

HOHEN PRITZ - Und wie bereits in den beiden Jahren zuvor hatten sich wieder Hunderte Besucher eingefunden. Nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch von viel weiter her. So waren auch Familien aus Rostock, Berlin und sogar aus Düsseldorf anzutreffen. Es ist für die Veranstalter des Spektakels - diesmal hatte sich auch die Gemeinde Hohen Pritz in die Vorbereitungen eingeklinkt, und die Güterverwaltung von Wamckow hatte den Getreideschlag bereitgestellt - schon erstaunlich, zu erleben, wie das Interesse an den manuellen Ernte-Techniken aus Großmutters Zeiten, aber auch an den alten Technik-Veteranen von Jahr zu Jahr wächst.

Gerhard Orlowske beherrschte die alte Technik des "E175" Mähdreschers

"Gewußt wo" - dann ging es weiter zum Schaudreschen

Und das bestärkt sie in ihrem Vorhaben, diesen Weg künftig weiter zu gehen und der jüngeren Generation stets vor Augen zu halten, wie beschwerlich es doch Oma und Opa hatten, ihr Getreide zu ernten. Damit daraus das tägliche Brot gebacken werden konnte.

Blauer Himmel, goldgelbes Korn, alles passte zum 3. Schnitterfrühschoppen

Frau Buchholz und Frau Klockman zeigten das Binden und Hocken

Und so konnten denn alle miterleben, wie früher gemäht, gebunden und gehockt wurde. Wobei sich Kurt Belgard und Rudolf Bauer sowie Georg Mueller als "Sensenmänner" profilierten. Strich für Strich legten sie das Getreide flach, das dann von der 87-jährigen Margarethe Buchholz und von der 77-jährigen Irmgard Klockmann sowie von Heidi Neumann zu Garben gebunden wurde. Und hierbei durften auch die Zuschauer ihr Geschick beweisen. Die Hohen-Pritzer Bürgermeisterin Britta Täufer und die Dabeler Lehrerin Petra Hubert waren dann die ersten, die sich trauten und schon bald recht gute Fingerfertigkeit entwickelten. Die so entstandenen Garben wurden zu Hocken aufgestellt, bevor sie von den Dabelern Gerd Warnke, Otto Täufer und Willi Pfeiffer aufgestakt und fachgerecht auf einen Leiterwagen gepackt und abgefahren wurden. Doch nicht nur das Mähen mit der Sense wurde gezeigt. Der Mähdrescher E 175, der Anfang der 60-er Jahre das Bild auf den Kornfeldern beherrschte und der als erster Nachkriegs-Mähdrescher gilt, wurde wieder "aus der Versenkung geholt" und zog an diesem Vormittag ebenfalls Runde für Runde auf dem Triticale-Getreideschlag (Roggen-Weizen). Hier war Gerhard Orlowske aus Brüel so richtig in seinem Element. Hatte er doch den Ernte-Veteran zuvor noch instand gesetzt. Und er erklärte den Besuchern auch bis aufs Detail genau Funktionsweise sowie Vor- und Nachteile des Ernte-Veteranen. Auch Mähbinder und erstmals Dreschflegel kamen zum Einsatz. Doch auch die Kultur kam bei dem Spektakel nicht zu kurz. Denn zwischendurch hatten sich die Tänzerinnen und Tänzer der Witziner Dörpschaft auf einem abgeernteten Ackerstück zu mehreren Erntetänzen zusammengefunden.

 

 

 

 

 

 

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